Kobalt- vs. Hartmetall-Bohrer: Was sollten Sie kaufen?
In der Debatte zwischen Kobalt- und Hartmetallbohrern ist die teuerste Option nicht immer das richtige Werkzeug für die jeweilige Aufgabe. Die Wahl läuft im Wesentlichen auf einen strategischen Kompromiss zwischen Zähigkeit und Härte hinaus, und der entscheidende Faktor ist nicht nur das Material, das Sie schneiden, sondern auch die Stabilität der Maschine, die Sie verwenden. Vollhartmetallbohrer sind der Industriestandard für extreme Härte und Hitzebeständigkeit. Sie können gehärteten Stahl und Gusseisen mit unglaublicher Geschwindigkeit und langer Standzeit durchschneiden. Allerdings sind sie extrem spröde. Sie vertragen keine Vibrationen oder Seitenkräfte. Daher sind Hartmetallbohrer ausschließlich für hochfeste Maschinen wie CNC-Maschinen geeignet; wenn Sie sie in einer Handbohrmaschine verwenden, bricht der Bohrer bei der kleinsten Erschütterung sofort ab.
Kobaltbohrer (HSS-Co) hingegen sind die Meister des Verzeihens. Durch die Zugabe von Kobalt zu Schnellarbeitsstahl erreichen sie eine bessere Hitzebeständigkeit als Standardbohrer und behalten gleichzeitig die natürliche Zähigkeit des Stahls. Das bedeutet, dass sie der unvermeidlichen Instabilität und dem Wackeln bei menschlicher Bedienung standhalten können, ohne zu zerbrechen. Für handgeführte Bohrmaschinen, ältere Bohrpressen oder zum Bohren in gummiartigen Edelstahl ist Cobalt die beste Wahl.
Wenn Sie eine stabile, hochproduktive CNC-Umgebung betreiben, sollten Sie in Hartmetall investieren, um Leistung zu erhalten. Wenn Sie ein Heimwerker, Hersteller oder Wartungsprofi mit Handwerkzeugen sind, Kobalt ist die sicherste und kostengünstigste Option.

Ⅰ.Die Definitionen & Mythen - Was kaufen Sie wirklich?
Bevor wir uns mit der Leistung befassen, müssen wir einige Unklarheiten beseitigen. In der Welt der Zerspanung werden Begriffe oft unbedacht verwendet, was zu teuren Fehlkäufen führt. Lassen Sie uns genau aufschlüsseln, was diese Materialien sind und, was noch wichtiger ist, was sie nicht sind.
1. Kobalt-Bohrer (HSS-Co)
Der Mythos: Der häufigste Irrglaube ist, dass “Kobalt”-Bohrer vollständig aus dem Metall Kobalt hergestellt sind. Wären sie das, wären sie unglaublich teuer und zum Bohren praktisch unbrauchbar.
Die Realität: Kobalt-Bits sind eigentlich Schnellarbeitsstahl (HSS), der mit einem geringen Prozentsatz an Kobalt legiert wurde. Man kann sie als “Superstahl” bezeichnen.”
Zusammensetzung: Sie bestehen in der Regel aus Stahl in Verbindung mit 5% Kobalt (Güte M35) oder 8% Kobalt (Güte M42).
Das “Warum”: Standard-HSS wird weich, wenn er heiß wird. Die Zugabe von Kobalt verändert die chemische Struktur des Stahls und erhöht seine Hitzebeständigkeit (rote Härte) erheblich. Dadurch kann der Meißel in härtere Metalle bohren, ohne schnell weich zu werden oder abzustumpfen.
Schlüsseleigenschaft: Da sie in erster Linie aus Stahl bestehen, behalten sie die Zähigkeit des Materials bei. Sie können sich unter Belastung leicht verbiegen, ohne zu brechen.
Visuelle ID: Sie sind in der Regel leicht an einer matten Gold-, Bernstein- oder Bronzefarbe zu erkennen, die von der Oxidschicht oder dem Einbrennprozess während der Herstellung herrührt.
2. Vollhartmetall-Bohrkronen
Die Definition: Wie wir in unserem früheren Artikel über “Was ist Hartmetall” erörtert haben, bestehen diese Bits überhaupt nicht aus Stahl. Sie sind ein Verbundwerkstoff, der durch Pulvermetallurgie hergestellt wird.
Die Realität: Diese Bits bestehen aus Wolframkarbidpartikeln (dem harten Aggregat), die mit einem metallischen Kobaltbindemittel (dem Klebstoff) zusammengehalten werden.
Zusammensetzung: Lassen Sie sich durch das Wort “Kobalt” nicht verwirren. In Hartmetall-Bits ist Kobalt nur der Klebstoff, der die Hartmetallpartikel zusammenhält; der Hauptakteur ist das Wolframkarbid.
Schlüsseleigenschaft: Hartmetall ist der Meister der Härte. Es ist fast so hart wie Diamant und bietet eine unglaubliche Verschleißfestigkeit. Diese Härte hat jedoch einen fatalen Nachteil: Es ist extrem spröde. Wie Keramik oder Glas hat es fast keine Biegeeigenschaften. Wenn man es verbiegt, gibt es nicht nach - es bricht.
Visuelle ID: Sie können den Unterschied sofort spüren: Hartmetall ist wesentlich schwerer und dichter als Stahl. Optisch ist unbeschichtetes Hartmetall dunkelgrau, aber Hochleistungsversionen sind oft in auffälligen Farben wie Violett-Schwarz (TiAlN) oder Gold (TiN) beschichtet, um die Hitzebeständigkeit zu erhöhen.
Schneller Vergleich: Die Definitionen und Mythen
| Merkmal | Kobalt-Bohrer (HSS-Co) | Vollhartmetall-Bohrkronen |
|---|---|---|
| Die Realität (Definition) | NICHT reines Kobalt. Es handelt sich um Schnellarbeitsstahl (HSS), der zur Verbesserung der Hitzebeständigkeit mit 5% (M35) oder 8% (M42) Kobalt legiert ist. | Ein Verbundwerkstoff aus Wolframkarbid-Partikel mit einem metallischen Bindemittel (ironischerweise oft Kobalt) zusammengeklebt. |
| Primäre Stärke | Zähigkeit (Flexibilität). Es behält die nachgiebigen Eigenschaften von Stahl bei, so dass es Vibrationen und leichten Biegungen standhalten kann. | Härte (Steifigkeit). Es ist fast so hart wie Diamant und bietet eine unglaubliche Verschleißfestigkeit und hohe Hitzetoleranz. |
| Kritische Schwachstelle | Kann nicht mit den extremen Geschwindigkeiten von Hartmetall laufen; verschleißt schneller bei abrasiven Materialien. | Zerbrechlichkeit. Wie Glas oder Keramik hat es keinerlei Biegeeigenschaften. Jede Vibration oder seitliche Belastung führt zu einem sofortigen Bruch. |
| Visuelle ID | Mattes Gold / Bernstein / Bronze. (Ergebnis des Oxidationsverfahrens oder des Einbrennprozesses) |
Schwer & Dunkelgrau. (Oder beschichtet in verschiedenen Farben wie Violett/Schwarz für TiAlN) |
| Am besten für... | Handbohrmaschinen, Bohrpressen und instabile Aufbauten. | CNC-Maschinen und starre, hochpräzise Aufbauten. |
Ⅱ.Der Kompromiss - Härte vs. Zähigkeit
Um zu verstehen, warum man nicht einfach “den besten” Bohrer kaufen kann, muss man die grundlegende Regel der Metallurgie verstehen: Die umgekehrte Beziehung. Im Allgemeinen gilt: Je härter ein Material ist, desto spröder wird es. Wenn man es härter macht, wird es weicher.
Stellen Sie sich das wie eine Wippe vor. Sie müssen entscheiden, welcher Seite Sie je nach Ihrer Tätigkeit den Vorrang geben wollen.
1. Die Härte: Das Reich des Hartmetalls
Gewinner: Hartmetall >>> Kobalt > Standard HSS
Wenn wir von “Härte” sprechen, meinen wir damit Kantenfestigkeit und Eindringtiefe.
Die Wissenschaft: Wolframkarbid ist extrem dicht. Seine kristalline Struktur ermöglicht es, eine rasiermesserscharfe Schneide zu erhalten, lange nachdem ein Stahlmeißel stumpf geworden wäre.
Der Nutzen: Hartmetall kann durch Materialien schneiden, die andere Meißel zerstören würden, z. B. gehärteter Stahl (Rc 50+), Gusseisen und abrasive Verbundwerkstoffe.
Das Ergebnis: Ein Hartmetallbohrer kann Tausende von identischen Löchern bohren, ohne dass er nachgeschliffen werden muss, vorausgesetzt, die Einstellung ist perfekt.
2. Zähigkeit: Das Reich des Kobalts
Gewinner: Kobalt >>> Hartmetall
Dies ist das wichtigste Konzept, das der durchschnittliche Benutzer begreifen muss. In der Technik bedeutet “Zähigkeit” nicht “Stärke”, sondern “die Fähigkeit, Energie zu absorbieren, ohne zu brechen”. Es ist das Gegenteil von Sprödigkeit.
- Die Analogie: Denken Sie an eine Keramikplatte (Karbid) im Vergleich zu einer Hartplastikplatte (Kobalt).
- Wenn Sie die Keramikplatte mit einem Messer zerkratzen, passiert nichts (hohe Härte). Aber wenn Sie sie auf den Boden fallen lassen, zerbricht sie (geringe Zähigkeit).
- Wenn man die Kunststoffplatte zerkratzt, hinterlässt man eine Spur (geringere Härte). Aber wenn man sie fallen lässt, prallt sie einfach ab (hohe Zähigkeit).
- Die reale Welt: Wenn ein Bohrer einen “Schock” erleidet - wie z. B. das Zittern der Hand bei der Verwendung eines Pistolenbohrers oder das Hängenbleiben des Bohrers beim Austritt aus dem Loch - hat Kobalt die Eigenschaft, sich leicht zu biegen und sich weiter zu drehen.
- Der Versagensmodus: Unter der gleichen Belastung kann sich ein Kobalt-Bohrer verbiegen oder stumpf werden, aber ein Hartmetall-Bohrer bricht sofort in Ihrem Werkstück.
3. Hitzebeständigkeit: Das Bedürfnis nach Geschwindigkeit
Die Vorschrift: Reibung ist gleich Wärme. Geschwindigkeit ist gleich Wärme.
Hartmetall (hohe Drehzahlen): Da es sich bei Hartmetall um einen Keramik-Metall-Verbundwerkstoff handelt, besitzt es eine enorme “rote Härte”. Es kann glühend heiß laufen, ohne seine strukturelle Integrität zu verlieren. Dies ermöglicht es CNC-Maschinen, Hartmetall-Bits mit unglaublich hohen Drehzahlen zu betreiben, um die Produktionsgeschwindigkeit zu maximieren.
Kobalt (mittlere Drehzahl): Durch das zugesetzte Kobalt können diese Bits wesentlich schneller und heißer laufen als Standard-HSS-Bits mit schwarzem Oxid, aber sie können nicht mit den extremen Geschwindigkeiten von Hartmetall mithalten. Wenn Sie Kobalt zu schnell laufen, werden Sie die Spitze verbrennen.
| Eigentum | Kobalt (HSS-Co) | Vollhartmetall |
|---|---|---|
| Härte (Abnutzungswiderstand) |
Gut Wie Hartplastik |
Ausgezeichnet (Gewinner) Wie Keramik / Diamant |
| Zähigkeit (Schockabsorbierend) |
Hoch (Sieger) Biegt sich unter Belastung |
Sehr niedrig (spröde) Schnappt wie Glas |
| Reaktion auf Erschütterungen |
Verzeihen Kann mit der Hand wackeln. |
Unversöhnlich Braucht perfekte Steifigkeit. |
| Hitzebeständigkeit (Laufgeschwindigkeit) |
Mäßige Drehzahl Überhitzen Sie es nicht. |
Extreme Drehzahlen Liebt große Hitze. |
Ⅲ. Der entscheidende Faktor - Welche Maschine benutzen Sie?
Wenn Sie alles andere in diesem Artikel vergessen haben, denken Sie an diese Regel: Wählen Sie Ihren Bohrer nicht allein nach dem Material aus, das Sie schneiden wollen. Wählen Sie ihn nach der Stabilität der Maschine, die Sie in der Hand halten.
In der Welt der Bearbeitung nennen wir diesen Faktor Steifigkeit.
Szenario A: Die Handbohrmaschine und die Standard-Bohrmaschine
Die Umwelt: Handgeführte Bohrmaschinen, Pistolenbohrer oder ältere, wackelige Werkstattbohrmaschinen.
Die Empfehlung der Experten: MUSS COBALT (HSS-Co) verwenden.
Der “menschliche Faktor”: Der Mensch ist kein Roboter. Egal wie ruhig Ihre Hand ist, Sie können einen Bohrer nicht perfekt senkrecht halten. Sie werden unweigerlich wackeln, kippen oder ungleichmäßigen Druck ausüben.
Die Konsequenz: Wenn Sie einen Vollhartmetallbohrer in eine Handbohrmaschine einsetzen, wird der Bohrer in dem Moment, in dem Sie Ihr Handgelenk nur um ein Grad neigen, blockieren. Da Hartmetall keinerlei Flexibilität aufweist, lässt er sich nicht verbiegen, sondern bricht sofort ab.
Der Alptraum: Ein abgebrochener Hartmetallbohrer ist oft härter als das Material, in dem er steckt, was das Herausziehen zu einem Albtraum macht. Sie ruinieren den Bohrer (teuer) und oft auch das Werkstück (frustrierend).
Warum Kobalt gewinnt: Kobaltbohrer haben eine stahlähnliche Zähigkeit, die Wackler “verzeiht”. Sie könnten sich mikroskopisch verbiegen, aber sie werden weiter bohren.
Szenario B: CNC-Maschinen und Hochpräzisionsfräsen
Die Umwelt: CNC-Bearbeitungszentren, Drehmaschinen oder hochsteife industrielle Fräsmaschinen mit minimalem Rundlauffehler (Taumel).
Die Empfehlung der Experten: VOLLHARTMETALL IST KÖNIG.
Die Stabilität: Diese Maschinen sind schwer, starr und darauf programmiert, sich in perfekten geraden Linien zu bewegen. Es gibt kein menschliches Wackeln.
Die Effizienzlücke: Da die Einrichtung stabil ist, können Sie das wahre Potenzial von Carbide ausschöpfen.
Geschwindigkeit: Sie können Karbid mit der 3- bis 5-fachen Drehzahl von Kobalt betreiben.
Futtermittel: Sie können den Bohrer schneller in das Material drücken.
Die Wirtschaft: In einer Produktionsumgebung ist Zeit Geld. Wenn ein Kobaltbohrer 2 Minuten für ein Loch braucht, schafft ein Hartmetallbohrer dies vielleicht in 20 Sekunden. Bei mehr als 1.000 Löchern macht sich Carbide trotz der höheren Anschaffungskosten schnell bezahlt.
Ⅳ. Materialkompatibilität - Was bohren Sie?
Sobald Sie die Steifigkeit Ihrer Maschine beurteilt haben, stellt sich die nächste Frage: Was ist das Werkstück? Verschiedene Metalle stellen unterschiedliche Herausforderungen dar - manche erzeugen Hitze, manche sind abrasiv und manche sind einfach nur weich.
1. Rostfreier Stahl (z. B. 304, 316)
Die Herausforderung: Rostfreier Stahl ist “gummiartig” und neigt zur Kaltverfestigung. Wenn Sie bohren, wird das Material heißer und härter.
Das Urteil: Gewinner: Kobalt (HSS-Co)
Warum: Kobalt ist der “ROI-König” für rostfreien Stahl. Seine hohe Hitzebeständigkeit verhindert, dass die Spitze schnell stumpf wird, wenn sich der Stahl erhitzt.
Die Nuance: Während Karbid kann bohren rostfrei sehr gut, aber für die allgemeine Fertigung ist es oft zu viel des Guten. Wenn Sie nicht gerade eine Hochgeschwindigkeits-Produktionslinie betreiben, sind die Kosten pro Bohrung bei Kobalt viel besser.
2. Gusseisen und abrasive Materialien
Die Herausforderung: Gusseisen ist nicht nur hart, es ist auch abrasiv. Es enthält oft mikroskopisch kleine Siliziumdioxid-(Sand-)Einschlüsse, die wie Sandpapier wirken und die Schneidkante eines Bohrers schnell abnutzen.
Das Urteil: Gewinner: Vollhartmetall
Warum: Hier kommt die extreme Verschleißfestigkeit von Hartmetall zum Tragen. Ein Kobalt-Bohrer wird seine scharfe Kante (und seinen Durchmesser) sehr schnell gegen die abrasive Natur von Gusseisen verlieren.
Das Ergebnis: Hartmetall behält seine Dicke (Größe) und Schärfe in abrasiven Umgebungen 10- bis 50-mal länger bei als Bits auf Stahlbasis.
3. Weichmetalle (Aluminium, Kupfer, Messing)
Die Herausforderung: Diese Werkstoffe sind leicht zu schneiden, neigen aber zum Verstopfen der Spannuten (Probleme bei der Spanabfuhr).
Das Urteil: <span style="”color:" #f57f17; font-weight: bold;”>Gewinner: Unentschieden / Standard HSS</span>
Für den Hobbyisten: In der Regel brauchen Sie weder Kobalt noch Hartmetall. Ein scharfer Standard-Bohrer aus Schnellarbeitsstahl (HSS) ist völlig ausreichend. Die Verwendung von Kobalt ist reine Geldverschwendung, es sei denn, Sie haben es gerade zur Hand.
Für den Hersteller: Wenn Sie mit einer CNC-Maschine 50.000 Löcher in Aluminiumblöcke bohren, wählen Sie Hartmetall. Nicht weil Sie die Härte brauchen, sondern weil Sie die Geschwindigkeit. Hartmetall geht durch Aluminium wie ein heißes Messer durch Butter und verkürzt die Zykluszeiten drastisch.
| Material des Werkstücks | Die Wahl des Experten | Das “Warum” |
|---|---|---|
|
Rostfreier Stahl (304, 316, usw.) |
Kobalt (HSS-Co) | Der “ROI-König”. Rostfreier Stahl härtet schnell aus. Die hohe Hitzebeständigkeit von Kobalt verhindert ein Abstumpfen ohne die hohen Kosten von Hartmetall. |
|
Gusseisen & Abrasive Metalle |
Vollhartmetall | Der Abnutzungskämpfer. Gusseisen enthält abrasiven Sand/Kieselerde. Die extreme Oberflächenhärte von Hartmetall widersteht diesem “Sandpapier-Effekt” 10-mal länger als Stahl. |
|
Weichmetalle (Aluminium, Messing) |
Standard HSS
(Oder Hartmetall für die Produktion) |
Geben Sie nicht zu viel aus. Standard-HSS schneidet diese leicht. Wählen Sie Hartmetall nur, wenn Sie eine Fabrik sind, die Hochgeschwindigkeits-CNCs betreibt, um die Zykluszeit zu reduzieren. |
Ⅴ. Die wirtschaftliche Realität - Kosten vs. Wert
Schließlich müssen wir über Geld sprechen. Wenn Sie sich einen Katalog ansehen, kann der Preisunterschied zwischen Kobalt und Hartmetall schockierend sein. Allerdings hängt der “billigste” Bit ganz davon ab, wie Sie es verwenden.
1. Der Aufkleberschock (Vorabkosten)
Die Realität: Vollhartmetallbohrer sind in der Herstellung wesentlich teurer als Stahl.
Die Ratio: Rechnen Sie damit, dass Sie für einen Hartmetallbohrer drei- bis fünfmal mehr bezahlen als für einen entsprechenden Kobaltbohrer.
Beispiel: Wenn ein 1/2″ Cobalt-Bohrer $15 kostet, kann die Hartmetallversion $60 bis $80 kosten. Für einen Heimwerker, der ein komplettes Indexset kauft, ist dies ein enormer Investitionsunterschied ($100 vs. $500+).
2. Die “Kosten pro Loch”-Metrik
Professionelle Zerspaner achten nicht auf den Preis des Werkzeugs, sondern auf die Kosten pro Bohrung (CPH).
Für die Großserienfertigung (The Carbide Win):Wenn Sie 10.000 Löcher bohren wollen, ist Hartmetall tatsächlich billiger. Warum? Weil es 5x schneller bohrt (spart Arbeitszeit/Maschinenzeit) und 10x länger hält (spart Zeit beim Werkzeugwechsel). Die hohen Anfangskosten werden durch das große Volumen aufgewogen.
Für Handwerksbetriebe und Heimwerker (The Cobalt Win):In einer Wartungswerkstatt sind die größten Kosten nicht der Werkzeugverschleiß, sondern versehentliche Brüche.
Wenn Sie einen $60-Hartmetallbohrer kaufen und ein Loch von Hand bohren und der Bohrer abbricht, weil er verkantet ist, betragen Ihre “Kosten pro Loch” $60.
Wenn Sie einen $15 Cobalt-Bit verwenden, übersteht er das Wackeln. Selbst wenn er nach 50 Löchern stumpf wird, ist er sein Geld wert.
3. Der Lebenszyklus: Nachschärfen
Bohrer sind Verschleißteile, aber kann man ihre Lebensdauer verlängern?
Kobalt (leicht zu schärfen):
Cobalt-Bits können auf einer Standard-Schleifmaschine mit einer normalen Aluminiumoxidscheibe nachgeschliffen werden. Jeder erfahrene Maschinist oder Heimwerker kann lernen, einen Cobalt-Bit in wenigen Minuten von Hand zu schärfen und ihm so ein “zweites Leben” zu geben.”
Hartmetall (schwer schärfbar):
Sie können Hartmetall nicht auf einer Standardschleifscheibe schärfen; die Scheibe ist zu weich. Sie benötigen eine spezielle Diamantscheibe.
Da die Geometrie von Hartmetall sehr komplex ist, ist in der Regel ein professioneller CNC-Nachschleifservice erforderlich. Für den Durchschnittsanwender ist ein Hartmetall-Bit, sobald es stumpf oder abgeplatzt ist, im Grunde genommen Müll.
4. Die Berechnung des Endergebnisses
Kaufen Sie Cobalt, wenn: Sie wollen ein Gerät, das sich schnell bezahlt macht, einfach zu warten ist und Sie nicht zum Weinen bringt, wenn es auf den Boden fällt.
Kaufen Sie Hartmetall, wenn: Sie führen einen Produktionsauftrag aus, bei dem die Einsparung von 10 Sekunden pro Bohrung Tausende von Dollar an Gewinn ausmacht.
| Metrisch | Kobalt (HSS-Co) | Vollhartmetall |
|---|---|---|
| Vorab-Preis (pro Bit) |
$$ Erschwinglich Ideal für die Bevorratung eines kompletten Sets. |
$$$$$ Expensive 3x-5x der Preis von Kobalt. |
| Wert für DIY & Reparatur |
✔ Bester Wert Wenn Sie es fallen lassen oder schütteln, überlebt es. Sie bekommen etwas für Ihr Geld. |
✘ Riskante Investition Ein versehentlicher Schnapper = $60, die sofort verloren sind. |
| Wert für die Produktion (1.000+ Löcher) |
✘ Höhere Kosten Langsamere Geschwindigkeiten = höhere Arbeits- und Maschinenkosten pro Teil. |
✔ Am billigsten pro Bohrung Schnelligkeit und Langlebigkeit machen sie auf lange Sicht billiger. |
| Wartung (Nachschärfen) |
Einfach (DIY) Kann auf einer Standard-Schleifmaschine geschärft werden. |
Schwierig (nur für Profis) Erfordert Diamantscheiben und professionellen Service. |
Ⅵ. Die Zusammenfassung und das abschließende Urteil
Wir haben viel über Metallurgie und Physik gesprochen, aber für den vielbeschäftigten Zerspaner oder Verarbeiter lässt sich alles auf ein paar einfache Regeln reduzieren. Wenn Sie gerade vor dem Werkzeugregal stehen oder online einkaufen, nutzen Sie diese Zusammenfassung, um die richtige Wahl zu treffen.
Das “TL;DR” (zu lang; nicht gelesen)
Kobalt (HSS-Co) ist die “verzeihende” Wahl. Es verträgt Fehler, unsichere Hände und ältere Maschinen. Es ist das Arbeitspferd für Wartung und allgemeine Fertigung.
Hartmetall ist die “High-Performance”-Wahl. Es verlangt Perfektion (Steifigkeit), belohnt Sie aber mit unglaublicher Geschwindigkeit und Lebensdauer. Es ist das Rennpferd der Massenproduktion.
Die Goldene Regel des Einkaufens
Kaufen Sie niemals einen Bohrer, der besser ist als Ihre Maschine. Einen Hartmetallbohrer $100 in eine wackelige Handbohrmaschine $50 einzubauen, ist keine Verbesserung, sondern Geldverschwendung. Passen Sie den Bohrer an die Steifigkeit der Spindel an.
Vollhartmetallbohrer sind zwar fantastisch, aber mit zunehmendem Durchmesser werden sie astronomisch teuer. Wenn Sie ein 25-mm-Loch (1 Zoll) bohren müssen, ist der Kauf einer Vollhartmetallstange finanziell schmerzhaft.
An dieser Stelle geht die Industrie zu Hybridtechnologien über:
1. Der modulare Bohrer (austauschbare Spitze)
Betrachten Sie dies als das Modell der “Rasierklinge”.
Das Design: Sie haben einen Stahlkörper (Schaft), der ewig hält, und Sie schrauben oder arretieren einfach einen Vollhartmetallkopf auf.
Der Nutzen: Sie erhalten die Leistung und Präzision von Vollhartmetall an der Schneidenspitze, aber Sie zahlen nicht für ein massives Stück Hartmetall für den Schaft. Er bietet das beste Verhältnis zwischen Präzision und Kosten für mittlere bis große Löcher (12 mm - 40 mm).
2. Der U-Bohrer (Wendeplattenbohrer)
Dies ist der schwere Heber für CNC-Drehmaschinen und -Fräsen.
Das Design: Es sieht aus wie eine Bohrstange. Es verwendet kleine, billige Hartmetalleinsätze (genau wie Drehwerkzeuge), die in einen Stahlkörper geschraubt sind.
Der Nutzen: Er ist die billigste Art, große Löcher zu bohren. Er ist jedoch nicht so präzise wie Vollhartmetall- oder Modularbohrer. Er ist für das “Schruppen” gedacht - um schnell viel Material herauszuholen.
Die endgültige Entscheidungsmatrix
Kobalt (HSS-Co) vs. Vollhartmetall
| Merkmal | Kobalt (HSS-Co) Die “vergebende” Wahl | Vollhartmetall Die Entscheidung für “Leistung” |
|---|---|---|
| Beste Maschine |
Handbohrmaschinen & Bohrpressen (Jede Einrichtung mit Vibration) |
NUR CNC und starre Fräsmaschinen (Null Vibration erlaubt) |
| Bestes Material |
|
|
| Schwäche |
Läuft heißer und langsamer. Nutzt sich bei abrasiven Materialien schneller ab. |
Äußerst spröde. Schnappt sofort ein, wenn er gekippt oder erschüttert wird. |
| Wartung | Einfaches Nachschärfen auf einer Schleifbank. | Schwer nachzuschärfen (Diamantscheibe erforderlich). |
| Preis | $$ (mäßig) | $$$$$ (Hohe Investition) |


